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Bildschönes Gebäck zur Weihnachtszeit


Kaum eine Zeit im Jahr ist mit so vielen Vorbereitungen verbunden wie Weihnachten. Schon Wochen vorher wird gebastelt, geschmückt und natürlich auch gebacken. Unter den Weihnachtsgebäcken sind die mit Modeln, also mit aufwendigen Backformen, hergestellten Backwerke eine Besonderheit.

Haben Sie sich auch schon gefragt, wie man diese bildhaften, liebevoll gestalteten Backwaren kreiert, die gerade im Advent, alle Blicke auf sich ziehen? Grundlage für dieses bildschöne Gebäck aus Modeln sind kunstvoll gearbeitete Backformen aus Holz oder Ton, mit denen Geschichten aus der Bibel, Weihnachtsmotive, Alltagszenen, Pflanzen- oder Tierdarstellungen in den Teig geprägt werden.

Zu den am weitesten verbreiteten „genießbaren Bildern“ dieser Art gehört auf jeden Fall der Spekulatius. Das Mürbeteiggebäck stammt ursprünglich aus Holland und dem Rheinland und wird heute weit über die ursprünglichen Grenzen hinaus hergestellt. Sein Teig wird in das flach geschnitzte Negativ-Relief von sogenannten Modeln gedrückt und bis auf die Oberfläche des Models abgeschabt, so dass das Gebäck im Umriss des Motivs ausgeformt wird. Ursprünglich hatte man Spekulatius ursprünglich einzeln mit hölzernen Modelbrettern hergestellt. Im 19. Jahrhundert setzten Bäcker immer häufiger mechanische Spekulatiusmaschinen ein, um die Produktion zu steigern. Heute findet man das beliebte Weihnachtgebäck bei ausgewählten Innungsbäckern und Konditoren.

Als typisch für den Süddeutschen und Schweizer Raum gelten Springerle, Änisbrötli, Eierzucker oder Wassermarzipan. Diese Spezialitäten werden aus einer Schaummasse hergestellt, die nicht gebacken, sondern vielmehr im heißen Ofen ausgetrocknet wird. Sie zeichnen sich nicht nur durch ihre außergewöhnlich helle, fast weiße Farbe aus, sondern auch durch besonders fein geschnitzte hölzerne Model, die den Gebäcken ihr zierliches Relief verleihen. Bunt bemalt, werden Springerle auch gerne als Christbaumschmuck verwendet.

Lebkuchen, wegen ihrer exquisiten Zutaten auch Honig-, Pfeffer- oder Gewürzkuchen genannt, kennen wir heute vor allem als mit einem Ausstecher in Kontur (Herz, Stern, Brezel) ausgeschnittene Kuchen und in runder oder rechteckiger Form mit Mandeln, kandierten Früchten oder anderem verziert. Doch gerade für Lebkuchenteig wurden früher (übrigens nicht nur zur Weihnachtszeit) besonders große Model mit den verschiedensten Figuren und Szenen verwendet.

Hintergrund:

Das Museum Brot und Kunst in Ulm hat eine besonders umfangreiche und hochwertige Sammlung von Gebäckmodeln, darunter auch viele mit weihnachtlichen Motiven, von denen nur ein sehr kleiner Teil in der ständigen Ausstellung gezeigt werden kann.

In der Ausstellung „Cupido“ mit Zeichnungen, Skulpturen und Gebäck von Sonja Alhäuser spielen sie ebenfalls eine gewisse Rolle, denn die Künstlerin nimmt bei einigen ihrer neuen Arbeiten direkten Bezug auf Backformen und Model aus der Sammlung. 

Der Artikel "Bildschönes Gebäck zur Weihnachtszeit" erschien am 25.11.2020 auf www.innungsbaecker.de.

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