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Brot, mal sprichwörtlich


Die Top 10 der deutschen Brot-Sprichwörter

„Brot und Salz, Gott erhalt’s“, „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.“ Sprichwörter wie diese kennt man. Es gibt Dutzende davon und alle drehen sich um das deutsche Grundnahrungsmittel Nummer eins.

Wenige Handwerke in Deutschland sind so im Alltag der Menschen präsent wie das der Innungsbäcker. Im Laufe der Jahrhunderte haben sich Brot und Backen im alltäglichen Sprachgebrauch der Menschen verankert. Achten Sie mal darauf – zum Beispiel beim nächsten Besuch in Ihrer IN-Bäcker-Filiale um die Ecke.

Die Top 10 der deutschen Brot-Sprichwörter

Brot und Salz, Gott erhalt’s.

Brot und Salz gehören zur Basis der Ernährung und dürfen in keinem Haushalt fehlen. Das ist es, was das Sprichwort aussagt. Eng damit verbunden ist auch die Tradition, Menschen nach dem Einzug in eine neue Bleibe Brot und Salz zu schenken: Mögen die neuen Bewohner auch in den neuen vier Wänden immer ausreichend damit versorgt sein.

Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.

In diesem Sprichwort stehen die Worte „Brot“ für Lohn und „Lied“ für Meinung. Sprich, jemand vertritt die Meinung derjenigen Person, die ihn oder sie bezahlt. Nicht gerade sympathisch, denn Glaubwürdigkeit und unabhängige Interessenvertretung sehen anders aus. Deswegen steht das Sprichwort auch für Kritik an Gefälligkeit und Opportunismus. Angeblich ist es eng verwoben mit dem Minnegesang im Mittelalter: Minnesänger priesen in ihren Liedern häufig bestimmte Adlige und erhielten mitunter als Gegenleistung eine Bleibe oder auch Geld.

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.

Auch in diesem Sprichwort steht Brot sinnbildlich für die Grundversorgung von Menschen, sowohl in Sachen Ernährung als auch materiell – wenn es etwa darum geht, ein Dach über dem Kopf zu haben. Das Sprichwort sagt, dass es für ein glückliches Leben mehr braucht, als bloß mit grundlegenden Dingen versorgt zu sein. Deswegen wird es auch im Zusammenhang mit Fasten verwendet, als dem bewussten Verzicht auf Grundlegendes.

Salz und Brot macht Wangen rot.

Ein weiteres Beispiel dafür, dass Salz und Brot eine sehr beliebte Kombination in Sprichwörtern darstellen. Hier steht das Wort „rot“ für ein gesundes, kräftiges Aussehen, versinnbildlicht durch kräftig durchblutete, rote Wangen. Salz und Brot symbolisieren die grundlegende, einfache Ernährung. Sprich: Eine einfache, kräftige Ernährungsweise ist gut für die Gesundheit.

Des einen Tod, des andern Brot.

In diesem Sprichwort steht Brot für Glück. Anders ausgedrückt sagt das Sprichwort Folgendes aus: Was dem einen Unglück bringt, bringt dem anderen Glück. Nimmt man den Vergleich mit dem Tod wörtlich, symbolisiert Brot hier nicht weniger als das Leben selbst.

Wer nie sein Brot im Bette aß, weiß nicht, wie Krümel piken.

Jetzt wird’s hochkulturell. Dieses Sprichwort veralbert ein Gedicht aus dem Roman „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ von Johann Wolfgang von Goethe. Das Originalgedicht ist viel länger und enthält die Teile: „Wer nie sein Brot mit Tränen aß … Der kennt euch nicht, ihr himmlischen Mächte.“ Davon abgeleitet drückt das Sprichwort volkstümlich aus, dass man etwas nur dann kompetent beurteilen kann, wenn man es selbst erfahren hat.

Besser zu Haus ein Ranft Brot, als in der Fremde eine ganze Kuh.

Dieses Sprichwort ähnelt dem mit dem „Spatz in der Hand und der Taube auf dem Dach“. Beide haben im Wesentlichen dieselbe Bedeutung: Man soll sich mit dem zufrieden geben, was man sicher hat, anstatt Wertvolleres anzustreben, das unsicher ist. Ranft steht für das sichere, gute Endstück eines Brotes, während die Kuh das Verlockende versinnbildlicht, das sich weit entfernt im unbekannten Gebiet, in der Fremde, befindet.

Wer Brot hat, dem leiht man Brot.

In diesem Sprichwort steht Brot für etwas, das man vermehren kann und soll. Wer investiert, wird entlohnt. Anders gesagt: Wer mit Gaben ausgestattet ist, soll sie einsetzen und sie dadurch vermehren. Tut man das nicht, besteht sogar das Risiko, alles zu verlieren. Für manche bezieht sich das Sprichwort auf den Matthäus-Effekt in der Bibel. „Wer hat, dem wird gegeben“, heißt es im Matthäusevangelium im Gleichnis von den anvertrauten Talenten.

Sobald die Maus satt ist, wird das Mehl bitter.

In diesem Sprichwort geht es zwar nicht direkt um Brot, aber um die zentrale Zutat Mehl. Es bedeutet: Wenn man von einer Sache genug hat, verliert man das Interesse daran. Manche kennen das – wenn nicht von sich selbst, dann vielleicht von Kindern. Begehrenswert sind Dinge nur, solange man sie nicht hat. Hat man sie erreicht oder erhalten, tritt ein Sättigungseffekt ein und das Erreichte ist nicht mehr attraktiv. Man wird ihrer sogar überdrüssig.

Anderwärts ist auch gut Brotessen.

Dies ist ein Sprichwort für Weltbürger über das Leben in der Fremde. Der Begriff „Brotessen“ steht hier sinnbildlich für das Leben, das auch an anderen Orten möglich ist. So weit, so gut. Aber eines verrät das Sprichwort nicht – nämlich, dass mit mehr als 3.000 Brotspezialitäten die Brotvielfalt in Deutschland weltweit eben doch einzigartig ist.

Appetit auf mehr Brot und Sprache? Dann bitte hier entlang zu den Redewendungen. Denn das Backhandwerk prägt die deutsche Sprache nicht nur mit Sprichwörtern. Der Unterschied ist einfach: Sprichwörter sind meist ganze Sätze. Währenddessen sind Redewendungen eher Satzteile. Klingt kompliziert? Pustekuchen!

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Der Artikel "Brot, mal sprichwörtlich" erschien am 18.11.2021 auf www.innungsbaecker.de.

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